Der zu seiner Zeit wahrscheinlich größte Webkatalog war Yahoo, das nicht als Suchmaschine, sondern als ein Internetverzeichnis angefangen hat. Es hieß offiziell Yahoo Directory und war der größte Herausforderer eines anderen Katalogs, dem DMOZ, einem offenen Online Verzeichnis von Mozilla.

Das Verzeichnis hieß zunächst Jerry’s und David’s Guide to the World Wide Web und war ein Verzeichnis mit einer sehr tiefen Struktur. Man konnte bis zu sieben Ebene in einem Themenbaum durchsuchen. Zum Beispiel gab es Auto-PKW-Italienisch-Fiat-Händler-Kredit-Gebraucht. Das Verzeichnis wurde 1994 ins Leben gerufen und galt bald als die wichtigste Anlaufstelle, wenn man etwas suchen wollte. Es hatte die Bedeutung, die Google heute hat, wurde aber schnell mit Werbung besetzt.

Einträge mussten bezahlt werden

Zunächst gab es zwei Modelle, um eine Webseite einzutragen: Standard, das kostenlos war, und einen kostenpflichtigen Eintrag, der auch von der Firma überprüft wurde. Bald wandte man sich vom kostenlosen Eintrag ab, zu viel Werbung kam über diesen Kanal. Die kostenpflichtigen Enträge, die man jedes Jahr erneuern musste und die zwischen 300 und 600 Dollar pro Eintrag kosteten wurden der Standard.

Als auch Yahoo in der Lage war, mit Algorithmen das Web durchsuchen zu lassen – die sogenannten Crawler – war auch das Ende der Yahoo Directory eingeläutet worden. Im Jahr 2010 begann man den Katalog für einige Länder zu schliessen, um Jahr 2014 gab dann Yahoo das Ende des Projekts bekannt. Auch das DMOZ Projekt wurde eingestellt, ebenso ein ähnliches Angebot von Google.

Dennoch haben einige Kataloge überlebt. Wie World Wide Web Virtual Library zum Beispiel existiert heute immer noch. Sie wurde von Tim Berners-Lee geschaffen und ist ein Verzeichnis von so genannten e-Texten und anderen Informationen. Sie ist eher ein Ausstellungsstück denn ein komplettes Verzeichnis, wird aber immer wieder aktualisiert. Leider ist sie in manchen Bereichen durch Domain-Grabing nutzlos geworden – wenn zum Beispiel eine Seite die Tipps für Gärtner hatte nun völlig andere Inhalte hat.